ÖTZTALER RADMARATHON

Der Ötztaler Radmarathon, seines Zeichens im Jahr 2018 in der 38. Edition der unendlichen Qualen sollte einiges bereit halten, um uns das Leben schwer zu machen - versprochen. Heute mal der etwas andere Rennreport von mir:

ZDF

4.112 Fahrerinnen und Fahrer aus 36 Nationen

 

Start 6:45 Uhr in Sölden (siehe Maps) und letzter Kontrollpunkt um 19:30 Uhr auf dem Timmelsoch

 

VIER Alpenpässe an einem Tag:

Kühtai - Brenner - Jaufenpassen - Timmelsjoch

 

5.500hm - 238km


Start / Ziel

Gestartet wird das Rennen überaus pünktlich mit einem nicht zu überhörenden Schuss aus einer Kanone, anno mindestens 17x so alt wie ich :D.

 

Ankunft bzw. der Zieleinlauf ist quasi sofort vor der Freizeitarena Sölden, in der auch Duschen und die Pasta Party auf die Fahrer warten.

 

Dazwischen gibt es unzählige Verpflegungsstationen, liebevolle und hoch motivierte Helfer/Innen und ein einmaliges Erlebnis on top!

 


pre race

Mein Mac macht "bim"... und wir schreiben den 08. März 2018... Die Saison ist noch jung, besser gesagt nicht einmal geschlüpft.  Beruflich fühlt sich jeder Tag an, als ob ich mit einem Schlauchboot über den Atlantik muss. Und dann ist da diese Email, die aus der Perspektive von Mitte September doch sehr viel verändern sollte. "Hallo Benjamin, aufgrund der Sonderregelung...." Ihr ahnt es schon...

Endlich habe ich einen Startplatz für den Ötzi. Nach langem warten, sehr langem warten. Kurze Rückblende hier. erstmalig habe ich mich für den Ötztaler 2015 angemeldet und bin seitdem immer krachend am Losglück gescheitert. Jedes Jahr diese Ernüchterung, wieder nicht mitradeln zu können... Ihr kennt das. Im ersten Moment fühlt es sich dann etwas surreal an, denn auf was wartet man denn bitte heute noch vier Jahre lang - in Zeiten von Same Day Delivery und sonstigen Dingen. Und einmal abgesehen von Küken, die gerade 14 Jahre alt sind und 18 werden möchten :D

 

Startplatz hatte ich also. Fehlt ja nur noch Form und Unterkunft! Diese hatte ich allerdings schon bei der Registrierung zur Verlosung gebucht.  Eine kleine Pension direkt am Hang mit wunderschönem Blick über das Tal. Ronny und seine Mum betreiben da wirklich ein echtes Schmuckstück. Wen es interessiert, klickt hier.

 

Mussten also nur noch die Beine her, um Berge zu bezwingen. 2018 plätscherte los. Auf den Rennabbruch der Mallorca 312 nach 100km hinter Valldemossa im April folgte im Mai der gladiatorenhafte Kampf zwischen dem Champion Mont Ventoux und seinem Herausforderer Bergwalross - mit viel Mühe habe ich die Stempel gesammelt. Und darf mich mit Stolz Cinglés nennen (zum Bericht geht es hier entlang: Klick). Der Juni war rheinisch. Rund um Köln, ein sehr schönes und top organisiertes Rennen, dass aber wirklich nichts nennenswertes für die Bergperformance beiträgt, wurde absolviert und natürlich viele Trainingskilometer auf dem Rennrad oder Spinnig Bike. Rad am Ring im Juli sollte eine glorreiche Generalprobe über 150km in der Grünen Hölle werden, war dann aber doch - nach Hagel und schwülen Bedingungen - eine Enttäuschung.

 

Hilft alles nichts. Genug trainiert hatte ich für mein Verständnis trotzdem, fahren wir nach Sölden.

 

Salden ist in der Zeit rund um den Ötztaler sowas von auf Bike, dass man es kaum glauben kann. Hier leben rund 3.000 Menschen, die von über 4.000 Lycra Zombies überfallen werden. Und die Menschen vor Ort wickeln dies in einer Ruhe, mit einer Freundlichkeit und Sympathie ab, die ich beachtlich finde. Die Straßen sind voll mit Rädern, Fahrern, Begleitungen der Fahrerinnen und Fahrer, die Shops stehen auf SALE, in der Freizeitarena meldet man sich. Der Takt in Sölden wird in diesen Tagen in Trittfrequenz gemessen.

RACE

after race