RAPHA FESTIVE 500

Der notwendige Wahnsinn

Was bedeutet eigentlich Rapha Festive 500? Nun, beginnen wir mal mit der Essenz. Im Jahr 2009 schwangen sich ein paar Jungs des damals sehr jungen Radsportbekleidungslabels Rapha auf, um zwischen Heilig Abend und Silvester ein paar Kilometer auf dem Rad wegzuhauen. Bei ein paar reden wir, wie es die Headline vermuten lässt, von 500km. Fröhliche Weihnachten.

Das Event sollte sich in den kommenden Jahren an kontinuierlich steigender Popularität erfreuen, und so dachte sich auch meine Wenigkeit, zum 10-jährigen Jubiläums dieses „Zwischen den Jahren“ Wahnsinns die Ehre zu geben.

Wir Radfahrer haben generell einen Hang zu Schmerz und Sadismus, was durch ewige Plackereien in den Bergen, Fahrten hart im Wind oder extreme Distanzen regelmäßig zum Ausdruck gebracht wird. Und für sich genommen ist die Aufgabe, 500km in acht Tagen abzuziehen, auch keine Heldentat, zumindest für jeden etwas geübteren unter uns. Doch wir sind in einer Jahreszeit, in der das Thermometer in den Breitengraden von Deutschland eher in Richtung 0°C tendiert, es spät hell und früh dunkel wird, und man, sofern durch den Sport sowieso nicht schon alle sozialen Kontakte verloren ;-), auch noch Familie gibt, die einen sehen möchte.

Alles Hupe. Wir fahren 500km ab dem 24.12. um 0 Uhr bis 31.12. um 23.59 Uhr. Strecke? - Egal! Anzahl der Fahrten? Egal! Verstand intakt? Egal!

Ladies and Gentlemen, lasset die Festive 500 Spiele des Jahres 2019 beginnen.

P.S. Für alle, die es versäumt hatten in den Kinderjahren das Seepferdchen zu machen und den Aufnäher zu bekommen. Als Belohnung gibt es einen Festive 500 Aufnäher im Briefmarken Format. Spätestens jetzt dürfte der letzte Skeptiker überzeugt sein, oder? :D

Die gutgläubige Planung

Oktober 2019. Für mich ist die Entscheidung gefallen, dass ich fahren möchte. Somit sollte auch eine abwechslungsreiche Route her. Denn ich hatte keine große Lust, die 500km, die in etwa einem guten Monat meiner aktuellen Fahrleistungen entspricht, auf den üblichen verdächtigen Routen, abzuspulen. Erste Idee, den Rhein entlang bis Basel und zurück bis Baden-Baden fahren. Für diese Route konnte ich allerdings nach erster Sichtung und Suche nach Zwischenstationen keine wirkliche Begeisterung entwicklen. Meine Partnerin verdrehte schon die Augen, als die skizzierte Route nur ausgesprochen war. Und ihr wisst ja wie das ist. Hat man schon eine Partnerin, die diesen ganzen Radsport Wahnsinn nicht nur unterstützt, sondern fördert (ich sag‘ nur Park Tool Montageständer als Weihnachtsgeschenk 2019 ;-), muss man auch einen schönen Kompromiss finden. Also ab in die Tonne mit dem Plan. Komot erneut anschmeissen und überlegen.

Meine große Städteliebe ist seit vielen Jahren Düsseldorf. Und damit kristallisierte sich heraus, dass der Rhein als dankbare flache Route bis dort hin herhalten kann. Die Idee mit der Fahrt am Wasser werde ich noch böse bereuen, aber wir planen ja gerade noch die Route.

Folgendes #RaphaFestive500 Line Up wurde ausgetüftelt:
24./25.12. Ruhetage bzw. Feiertage mit den Liebsten, vielleicht etwas ZWIFT auf der Rolle, aber keine kalkulierten Kilometer zur Erreichung der 500km 
26.12. Juhöhe - Mörlenbach - Weinheim - Heidelberg - Mannheim - Ludwigshafen - Worms - Mainz - Wiesbaden = Distanz 136km
27.12. Wiesbaden - Bonn (auf der Seite der Loreley) - Düsseldorf = Distanz 227km
28.12. Düsseldorf - Koblenz = Distanz 137km
Ab 29.12. Glanz und Gloria

Ein guter Radfahrer ist neben seinem Wille auch immer ein bisschen die Summe seiner Ausrüstung. Männer (und Frauen), Hand aufs Herz. Lieben wir es nicht, große Touren zu planen und uns dann insgeheim zu überlegen, welches „Habe ich schon immer haben wollen“ Teil als Anschaffung damit gerechtfertigt werden kann? Genau, wir verstehen uns.

Fahrrad? Vorhanden. Schutzbleche? Wääääähhhhhh... Aber wirklich keine schlechte Idee. Ich fahre ja, wie bereits in einem anderen Artikel geschrieben, das Grail von Canyon. Und seit 2019 gibt es für dieses passende. Gekauft. Licht und GPS liegt seit gut zwei Jahren in den Händen von Garmin und funktioniert absolut fehlerfrei. Kleidung? Ich zitiere hier einen bekannten aus Koblenz, der einmal den Satz „Style is alll!“ prägte ;-) Rapha hat sich bestimmt gefreut.

Ich bin gerüstet, der 26.12. kann kommen.

Eine chaotische Umsetzung

26.12. | Mach die Karre voll und fahr‘ endlich los
An mir befinden sich Arm- und Beinlinge, Radhose, Trikot, Jacke, Base Layer, Pulsgurt, Handschuhe, Thermosturmhaube, Füßlinge, Sonnenbrille. In meiner Karre ein Satz Wechsel LRS, Luftpumpe, ein bisschen Reparatur Schnick-Schnack, Wechselwäsche, Essen, Tee. Mein Fahrrad (+ reflektierende Kleidung) stiehlt mit seinen Lichtquellen jedem motorisierten Gefährt die Show, ohne den üblichen Schick der Kleidungder ortsansässigen Entsorgungsbetriebe ihrer Mitarbeiter zu versprühen - Stichwort „Style is all“ ;-)

Dank meiner exponierten Wohnlage geht es, ganz egal wo ich hinfahre, erstmal 300hm bergab. Und ich friere mir direkt mal den Wolf bei +1°C und wolkenverhangenem Himmel. Auf dem Weg in Richtung Weinheim begrüßt mich die Weschnitz, ein kleiner Fluss entlang der Straße. Und diese macht mir direkt klar, wie dumm es von mir war, mehrere hundert Kilometer in den nächsten Tagen am Wasser zu fahren. Bis Heidelberg entlang der B3 gestaltet sich die Fahrt recht unspektakulär. Ich überlege mir, dass eine Plakette/Starterschild (wie ich es vom am Mont Ventoux hatte) an der Sattelstütze gut für die Moral wäre, um gleichgesinnte Wahnsinnge besser zu identifizieren. Bisweilen behelfe ich mir damit, dass nahezu jeder komplett eingepackte Radler, der aussieht wie nach einem Banküberfall flüchtend, bestimmt auch Kilometer um Kilometer frisst, alles für einen Aufnäher...

Zwischen Heidelberg und Mannheim schickt mich Komot dann direkt mal auf einen SINGLE TRAIL :D Was ist bitte hier passiert. Trotz Routenvorgabe Rennrad finde ich mich im tiefsten Matsch wieder, weshalb geistig Clean Parks in meinen weiteren Routenverlauf Einzug halten werden. In Mannheim am Hauptbahnhof und generell in dieser Stadt merke ich einmal wieder, wie sehr Deutschland ein Autovolk ist. Radweg zu Ende wegen Baustelle. Umleitung? Hämisches Lachen bei der Stadtverwaltung. Sollen die Idioten auf ihren Zweirädern doch zusehen. Ich habe mich gefragt, wann zu letzt eine Straßensperrung ohne kirmesähnliche Beleuchtung, gefühlt mit 1000 Hinweisen und Umleitungsschildern für Autos dekoriert, eingerichtet wurde. Einatmen, ausatmen und sich weiter von halbstarken in ihren schönen und hochmotorisierten Kisten schneiden oder mit zu wenig Abstand überholen lassen.

Kurzer Einschub: Versteht mich nicht falsch. Mein Herz schlägt auch für Autos. Ich kann mich monatelang mit einer Kaufentscheidung für ein Auto beschäftigen, ziemlich jedes Video bei „Fahrdoch“ schauen. Und bin als Radfahrer mit meinem Kodiaq auch der Marke treu, die den Radsport supported. Doch diese Jungs, die ihre 600 PS Kisten in der Stadt im Kreis fahren, die Motoren auf Anschlag drehen und sich gleichzeitig benehmen, wie John Rambo, sind mir suspekt. Habe mich auch schon gefragt, ob jedes PS symbolisch für 1 Sekunde Sauerstoffentzug bei der Geburt steht und die davon geschädigte Gehirnhälfte deren Verhalten Im Straßenverkehr erklärt?! ;-) Egal.

Über Ludwigshafen fahre ich entlang der BASF in Richtung Worms. Dieser Teil der Route macht Spaß und ich habe den Rhein Radweg sehr lange unter den Reifen. In Worms versorge ich mich mit dem Nötigsten. CLIFBAR Bloks sind zwar richtig geil, hängen aber auch mir irgendwann zum Hals heraus. Tee, Cola Zero, Packung Nic Nacs, Wunderbar Riegel. Es ist mittlerweile dunkel geworden und bis Wiesbaden noch rund 56km. Ich habe schon jetzt keine Lust mehr und merke auch, wie es mir von innen heraus trotz Tee in der Tankstelle kalt wird. Die gesamte restliche Strecke führt quasi entlang der B9 - durchhalten ist angesagt. Man passiert viele kleine schöne Ortschaften. Durch die Feiertage ist es einfach seelenruhig, man registriert liebevoll dekorierte und schön leuchtende Häuser, Menschen in Jogginghosen, die ihren heiligen 2.ter Weihnachtsfeiertag-Sofa-Abend-Döner nach Hause holen, vereinzelte Fahrradfahrer auf dem Heimweg. Es wirkt friedlich, ja sogar ruhig. Ich empfinde in diesem Moment eine gewissen Entschleunigung. Mein Blick wandert langsam zwischen den Ausseneindrücken und dem vorgegebenen Fokus durch den Lichtkegel meiner Frontlampe hin und her.

Mainz-Kastel, die letzten 5km brechen an. Ich friere am ganzen Körper und freue mich nur noch auf eine heiße Dusche und eine große Schüssel Pasta, doch Komot nimmt mich nochmal hart ran. Jetzt „lings auf singel drail“ abbiegen. Abgesehen von den deutlichen Defiziten in der Aussprache von englischen Worten fahre ich auf einmal auf einer matschigen Wiese ganz in der Nähe der Siedlung„Fort Biehler“. Notiz an mich: Komot ab jetzt nur noch als Empfehlung betrachten, und die Navi Ansagen nicht als Gott gegeben werten. Doch mit etwas Menschenverstand findet man die Straßewieder und ich rolle durchmeinen ehemaligen Arbeitsort Erbenheim nach Wiesbaden zum Hotel. Geschafft. 

Abendessen - gute Nacht!

27.12. | Der Geist ist willig aber das Fleisch ist schwach
Um sieben Uhr klingelt planmäßig der erste Wecker, meine Partnerin arbeitet an diesem Tag und muss ebenfalls früh raus. Ich eigentlich auch. Es stehen über 200km auf dem Plan. Und ich merke, dass nichts geht. Ich bin extrem müde, meine Augen fühlen sich geschwollen, mein Körper sich generell übersäuert an. Die Beine ziehen und auch die Kopfschmerzen machen deutlich, dass mein Körper eine klare Vorstellung hat, was heute passieren soll - NICHTS! Ich hadere mit mir und schlafe letztlich weiter bis 9.30 Uhr. Diese knapp 2,5h haben mir geholfen. Umziehen für das Frühstück. Stand jetzt bin ich noch immer der Meinung, garnicht zu fahren, doch mit etwas Essen im Bauch und ein paar Gedanken für einen schönen Jahresabschluss verbessert sich meine Verfassung nochmal merklich. Komot raus. Wohin fahre ich noch heute? Düsseldorf ist zweifellos raus, zu weit. Köln...? Bonn...? Irgendwo, wo ich einen Clean Park finde. :D Ich peile Bonn-Beuel an. Im Anschluss an das Frühstück packe ich meine Sachen zusammen und es geht weiter. Die ersten Kilometer rolle ich durch das schöne Wiesbaden bis zum Stadtteil Biebrich an den Rhein. Der Rhein sollte neben den Radwegen mein ständiger Begleiter werden. Eltville, Rüdesheim, Asmannshausen usw... In den Dörfern entlang des Rheins sind immer wieder Spaziergänger unterwegs, Wildgänse suchen nach Futter und der Rudelführer wacht dabei über die Herde. Ich werde kritisch beim Herannahen und Passieren beäugt, aber alles ist friedlich und entspannt - ein wirklich schöner Eindruck. Radler sehe ich wiederum kaum und wenn doch, dann erwecken Sie eher den Anschein von Pendlern oder Freizeitradlern. Den kalten und permanenten Gegenwind spüre ich dauerhaft im Gesicht, das Wetter ist weiterhin wolkenverhangen, aber zum Glück trocken! Obwohl es in der Nacht noch spürbar regnete.

Ich frage mich mehrfach, was dieser gebrauchte Tag heute noch bringen soll. Unfit, zu spät losgekommen. Das Ankunftsziel schon seit dem Losfahren kassiert und eigentlich steht nur noch die Frage im Raum, ob ich an diesem Tag wenigstens 200km Gesamtdistanz schaffe. Letztlich ist der innere Schweinehund immer der größere Gegner. Natürlich schmerzen Beine gerne, ziehen und oder krampfen, doch die Spielchen, die mein Kopf gerne spielt, empfinde ich als deutlich anstrengender. Gegen 14 Uhr klingelt mein Telefon. „Ich bin bald in Koblenz, Herr Höfle. Wo bist du?“ Mein Lichtblick erscheint in Form der Stimme meiner Partnerin. Hinzu baut sich auf einmal der rund 400m hohe Funkturm im Mittelrheintal auf, der ganz in der Nähe von Koblenz steht. Neue Euphorie macht sich breit, wir verabreden uns bei einem lokalen Bäcker zwecks weiterer Lagebesprechung.

Ich stehe ja generell sehr auf die Bäcker im Rheinland, denn sie backen A) mega leckere Brötchen und B) gibt es fast nirgends besseren Streuselkuchen in Massenqualität. Nach etwa 10 Minuten in der Bäckerei spielt mein Körper mit mir wieder das übliche Spiel - zittern und frieren. Die Stunden im Freien sind einfach bitterkalt und durch die Luftfeuchtigkeit am Wasser gefühlt noch unangenehmer als sonst. Letztlich beschließen wir eine Umplanung der Route. Neuer Checkpoint ist Neuwied bei Kilometer 243 von 500.

Von dort aus geht es weiter nach Düsseldorf ins Hotel. Abendessen, schlafen und ein bisschen die Aussicht im zwölften Stock genießen.

28.12. | Gegen die Uhr
Imaginäre Fanfaren erklingen beim aufwachen, ich fühle mich großartig. Der Tag kann nur gut werden. Der Plan ist die Weiterfahrt bis Koblenz. Aufgrund von einer privaten Veranstaltung am Abend ist klar, dass ich um spätestens 15 Uhr vom Sattel herunter muss. Idealerweise in der Nähe eines McFits, um direkt unter die Dusche zu hüpfen und im Anschluss weiter nach Mannheim zu fahren. Die Route von Düsseldorf nach Koblenz entlang des Rheins (in dieser Fahrtrichtung rechts-rheinig) ist wunderschön, was vermutlich dem kalten und doch überwiegend sonnigen Wetter geschuldet war. Auf Straßen und Feldern war ganz deutlich Reiff zu erkennen und ja, natürlich war es auch an diesem Tag sehr kalt.

Von Düsseldorf über Dormagen bis Köln wechselt der Radweg zwischen Passagen direkt am Rhein entlang und solchen in den Ortschaften, bis ich irgendwann auf den Radweg auf dem Damm bis ans Kölner Rheinufer stoße. Hier wird es voller, kleinere Radgruppen von ortsansässigen Clubs begegnen mir das erste Mal seit Tagen und es fühlt sich gut an, nicht nur in den Listen von Strava die aktiven Radler zu sehen, sondern auch im realen Leben mit ihnen für das gleiche Ziel in die Pedale zu treten. Es zeichnet sich aber auch ab, dass meine Planung generell zu ambitioniert war. Das Ziel, Koblenz, kassiere ich in Köln. Neuer Endpunkt wird Bonn werden. Bis ich dort ankomme, sehe ich wieder dutzende Tiere, Familien und Sportler - es ist einfach schön zu sehen, in welcher Ruhe hier alles miteinander einhergeht. In Bonn entscheide ich mich, eine kleine Ehrenrunde zu drehen, sprich bis zur Brücke nach Beuel, über die Straße, vorbei an den Neubauten des Bonner Bogens und am Rhein entlang zurück. Es ist sonnig, es ist einfach wunderschön und ich erfreue mich an dem Umstand, dass ich heute knapp 96km auf das Konto bekomme.

29.12. | Die „20km“ Runde
Hätte, hätte, Fahrradkette - denn nach ursprünglicher Planung sollte heute schon Glanz und Gloria anstelle von 150km verbleibender Distanz auf der Agenda stehen. Hilft aber alles nichts. Einer privaten Verabredung zum Frühstück im neu angelegten Osten von Frankfurt komme ich trotzdem noch. Sport ist wichtig, Freunde allerdings auch. Ein entspannter Vormittag/Mittag/Nachmittag geht zu Ende und ich habe eigentlich keine Lust mehr, auf das Fahrrad zu steigen. Zum allgegenwärtigen Musikelziepen kommt eine gereizte Haut am Hinterteil dazu und zwei Finger sind etwas taub. Zurück in meiner Heimat entschließe ich mich, wenigstens eine 20km Runde auf dem Fully du drehen. Diese Entscheidung hatte in mehrfacher Hinsicht positive Aspekte. Die veränderte Sitzposition fühlte sich angenehm an, mein Hintern dankte dem deutlichen gestiegenen Federungskomfort im Vergleich zum Gravelbike. Ja - und mein Kopf sagte mir, fahr doch länger, macht doch gerade Spaß.

Aus den besagten 20km wurden insgesamt 50km. Eine recht unspektakuläre Route in meiner Heimat zwischen Weschnitztal und Bergstraße. Doch dankbar zum Kilometer sammeln. Trotz Minustemperaturen und wirklich später Fahrt von 17-20 Uhr.

Beim Abendessen - PASAT :D - spreche ich mit meiner Partnerin über die letzte Runde. Fahre ich über den Odenwald an den Neckar bis Heidelberg, im Ried oder nach Karlsruhe? Nachdem ich erst naserümpfend ihren Vorschlag abtat, die B3 stumpf entlang zu ballern, bis der Kilometerzähler auf 50km springt, auf dem Absatz kehrt zu machen, und wieder zurück zu fahren, erschien es mir doch mit etwas Nachdenken als dankbare letzte Etappe. 

30.12. | Stumpf geballert und trotzdem glücklich 
Mörlenbach - Weinheim - Darmstadt und zurück - fertig. Wer die Bergstraße und ihre B3 kennt, ist sicher schon die schönen Radwege gefahren. Eine recht flache und gut ausgebaute Route, die lediglich von einer Baustelle in Zwingenberg auf Kopfsteinpflaster umgelenkt wird. Der Bereich der "alten" B3 entlang von Jugenheim, Seeheim, Malchen usw. ist ruhig zu fahren. Eberstadt und Darmstadt lassen mich doch in schöner Regelmäßigkeit die Luft anhalten, denn in ersterem Stadtteil muss man höllisch auf die in die Fahrspur integrierten Straßenbahngleise aufpassen, während Darmstadt für mein empfinden extrem unfreundlich für Radfahrer erschlossen ist.

 

Auf dem Rückweg lege ich nochmal einen Stopp beim Bäcker ein, Tee, Laugenkringel und Neujahrsweck. MEGA :)

 

Auf den letzten Kilometern gibt die Sonne langsam der hereinbrechenden Dämmerung nach und ich rolle den Weschnitztalrad in Richtung zu Hause.

 

Ich habe es tatsächlich geschafft, die 500km zu absolvieren. 

Dankeschön für‘s dabei sein!

#RaphaFestive500