15. März 2018

In meiner rechten Hand befindet sich die Maus, vor mir flimmern auf 27 Zoll gekörnte Aufnahmen eines Fahrrades... meine Freundin rollt halb genervt die Augen... Mit dem rechten Zeigefinger tippe ich bei Anzahl der Flaschenhalter auf zwei und

bestelle. Die Rede ist vom neuesten Streich der Koblenzer Bikeschmiede Canyon,,dem Grail. Die rheinland-pfälzische Interpretation von Gravel. Darauf hat die Welt gewartet - oder nicht? Lasst uns zunächst mal ein paar Tag zurück gehen,

was um den Launchtermin herum passierte.

 

Nachdem zum zweiten Mal binnen drei Jahren einer dieser heldenhaften Piloten von motorisierten Vierrädern meiner Radausfahrt ein jähes Ende setzte und ich mich, auf der Seite liegend, auf einem leuchtend rot gepinselten Radweg wieder fand, war schnell klar, um den Zustand des Rades ist es schlechter bestellt als um mich. Und der nette Herr des PKWs hatte definitiv mehr McDonalds als StVO im Kopf ;-)

 

Bestandsaufnahme: In der Schlacht verloren gegangen waren also ein Giro Helm (ersetzt durch das identische Modell) und ein Endurace AL, mein Winter-/Schlechtwetter-/Zu faul zu putzen nach der Ausfahrt-Renner. Logische Folge: Ersatz muss her! Anderer Ort, gleicher Tag. Canyon stellt sein erstes Gravelbike Grail am 15.03. vor. Und wird direkt auf Anschlag von der Fahrradgemeinde im Web gebashed. Solltet ihr das nicht mitbekommen haben, Ich habe einmal meine TOP 4 des Canyon Grail Hater Photoshop Battles eingefügt. In der Sache lustig, aber einmal mehr der Beweis. (Sehr) viele Radfahrer sind

komische Menschen, die alle eine stark rückwärtsgewandte und innovationsverweigernde Grundhaltung teilt.

Nun muss man sich vorstellen, dass hier ein Rennrad mit Scheibenbremsen, völlig neu gedachtem und exotischem Lenkerkonzept und daraus resultierender besonderer Geometrie des Rahmens auf den Markt kam. Eine carbon-gewordene Offenbarung für alle Realitätsverweiger, Früher-war-alles-besser-Sager und Rückwärtsgewandte.

Oder wie man sie (in erschreckend hohem Maße) eben auch nennen kann: Rennradfahrer.

 

Es flackert immer wieder in meinen Beiträgen auf, doch immer wenn ich glaube, es ist mal gut, kommt eine neue Eskaltionsstufe. Und so geschehen beim Grail. Das Teil war frisch vorgestellt, somit nur auf Fotos zu begutachten und "zack" schwang sich jeder selbsternannte Velo-Experten auf eine Meinung zu haben, da es ja schon hunderte Kilometer getestet werden konnte :D. Bei Zwift muss nur noch eine Rahmenauswahl dazu kommen, dann wird das ganze Ausmaß perfekt :D

 

Geometrie hier sinnlos da zu gestreckt mimimi, Lenker sieht sch**** aus und bringt bestimmt

nix, Auffallen um jeden Preis doofes Canyon, machen die nur aus Marketing Gründen usw. Doch es war aus objektiver Sicht eines schnell klar. Die Innovationsverweiger dominieren die Meinung des neuen Modells. Das macht mich

per de schon neugierig. Denn üblicherweise schreien etablierte nur im Fall von echter Konkurrenz besonders laut.

 

Kommen wir also zurück zur Eingangssequenz. Mein altes Rad war Schrott, sprich ein neues musste her. Es sollte Canyon, maximal flexibel sein was den Untergrund betrifft und natürlich Spaß machen - Order complete. Ich bestelle das Teil kurzerhand in 2XL. Canyon hat aus meiner Sicht bisher Features immer der Sache geschuldet sonderbar gestaltet hat, der Preis ist wie immer fair, große Rahmen haben die Jungs sowieso. Schon jetzt bin ich auf die spöttisch/skeptischen Blicke gespannt bin, wenn ich künftig auf Tour gehe.

 

Mit dem Kauf hatte ich für mich zusätzlich entschieden, mich von allen Rädern mit Felgenbremsen zu trennen und bis zum Jahresende auf Scheibe umzustellen, dies war der Auftakt.

 

Mai 2018 - Abholung und Fahrerfahrung

Das Rad steht nun in voller Pracht zu Hause, hat einen Wechsel LRS auf Conti4Season bekommen und erweist sich als treuer Begleiter. Mit Conti Setup habe ich dieses Jahr den Ötztaler gefinished und war dem Rad für seine Scheibenbremsen bei Nässe dankbar, meine Hände haben aufgrund der besonderen Art des Lenkers keine Taubheitsgefühle hervor gebracht, da durch die Erhöhung eine sehr komfortable bis sportliche Position im Unterlenker ohne weiteres möglich sind. Der Carbon Rahmen erweist sich als laufruhig und agil, mit einem angenehmen Komfort - hier

sei erwähnt, dass ich eine Alu Stütze auf dem Rad fahre, da die 350mm Standard Stütze zu kurz ist.

 

Wie komme ich nun zum Hirsch? Schaut mal hier, wie die SZ das Thema interpretiert:

https://www.sueddeutsche.de/auto/canyon-grail-im-test-fahrrad-mit-hirschgeweih-1.4011223